Textiles Wissen

 

Lichtechtheit

Lichtechtheit ist die Widerstandsfähigkeit des Stoffes gegenüber der Einwirkung von Licht.

  • Die Beurteilung erfolgt in 8 Stufen (Echtheitszahlen), wobei Stufe “8” eine sehr hohe Lichtechtheit bedeutet und Stufe “1” eine sehr geringe.
  • Generell bleicht jeder Möbelstoff bei direkter und indirekter Lichteinwirkug mehr oder weiniger Stark aus. Chemiefasern weisen eine höhere Lichtechtheit als Naturfasern auf. Umweltfreundliche Färbeverfahren ermöglichen oftmals keine zufriedenstellenden Lichtechtheiten.
  • In der Regel erreichen dunkle Farben höhere Lichtechtheiten als helle und brillante Farbtöne.

1 = sehr gering
2 = gering
3 = mäßig
4 = ziemlich gut
5 = gut
6 = sehr gut
7 = vorzüglich
8 = hervorragend

Pillbildung

Flachgewebe können unter Umständen im Gebrauch oberflächlich aufrauen und es können sich kleine Knötchen bilden. In der Fachsprache nennt man diese Knötchen Pills. Sie bestehen aus Fasern, die sich infolge des Gebrauchs aus dem Möbelstoff herausarbeiten und sich zu kleinen Kügelchen verknäulen.

Pills, die überwiegend aus Fasern des Möbelstoffes bestehen, werden als Eigenpills bezeichnet. Für Pills, die überwiegend aus „fremden“ Fasern bestehen, z. B. aus der Kleidung des Benutzers, wird oftmals der Begriff „Fremdpill“ benutzt.

Pills entstehen häufig schon nach kurzem Gebrauch. Sie können mit einem Fusselgerät, einer Art Rasierapparat, entfernt werden. Das Gerät ermöglicht es, die Pills zu entfernen, ohne den Stoff zu verletzen. Pillbildung sowie die einmalige Entfernung von Pills beeinträchtigen die Haltbarkeit eine Möbelstoffes nicht.

 

Reibechtheit

Als Reibechtheit wird die Widerstandsfähigkeit der Farbe von Möbelstoffen gegenüber einem Abreiben oder Anbluten (Abfärben) an anderer Textilien bezeichnet.

  • Die Beurteilung erfolgt in 5 Stufen (Echtheitszahlen), wobei Stufe “5” eine sehr hohe Reibechtheit bedeutet und Stufe “1” eine sehr geringe.
  • Man unterscheidet zwischen Trocken- und Nassreibechtheit. Umweltfreundliche Färbeverfahren ermöglichen oftmals keine zufriedenstellenden Reibechtheiten.
  • In der Regel erreichen helle und brillante Farben höhere Reibechtheiten als dunkle Töne.

1 = sehr gering
2 = mäßig
3 = ziemliche gut
4 = gut
5 = sehr gut

Scheuerbeständigkeit

Als Scheuerbeständigkeit wird die Widerstandsfähigkeit eines Möbelstoffes gegen Abrieb (Verschleiß) bezeichnet. Die Scheuerbeständigkeit wird nach dem Martindale-Verfahren (nach DIN EN ISO 12947-2) untersucht.

 

Die Methode simuliert eine natürliche Abnutzung eines Sitzbezuges, indem ein Muster des zu testenden Stoffes mit einer vorgegebenen Gewichtsbelastung gegen einen wollenen Standardstoff gerieben wird. Die Testapparatur arbeitet mit 5.000 Intervallen. Gemessen wird die Schleißzahl (Maßzahl: Martindale) dieser sogenannten Scheuertouren, die zum Verschleiß von zwei Fäden führt.

 

Leinwandbindung

Die Leinwandbindung ist die ursprünglichste und einfachste Bindungsart, die sich aus dem Flechten entwickelt hat. Der Schuss geht abwechselnd über und unter den einzelnen Kettfäden hindurch. Beide Seiten eines in Leinwandbindung gewebten Stoffes sehen gleich aus.
 

KÖPERBINDUNG

Bei der Köperbindung geht der Schuss unter einem Kettfaden hindurch, danach über (mindestens) zwei Kettfäden hinweg, wieder unter einem hindurch, und so weiter. Der nächste Schussfaden verlagert diesen Rhythmus um eins zur Seite (i. d. R. nach rechts) und eins nach oben. Es entsteht ein typisches Diagonalmuster, welches man Köpergrat oder Diagonalgrat nennt. Die beiden Seiten eines in Köperbindung gewebten Stoffes sehen unterschiedlich aus. Die Seite, auf der mehr Kettfäden zu sehen sind, nennt man Kettköper, die andere entsprechend Schussköper.
 

 
Leinwandbindung                          Körperbindung

 

ATLASBINDUNG

Bindungspatrone eines 5-bindigen Atlas, oben links das Bindungsbild des Gewebes, oben rechts die Trittfolge, unten links der Litzeneinzug, unten rechts die Trittanbindung

Bei der dritten Grundbindung, der Atlasbindung (auch als Satinbindung bezeichnet), führt der Schuss unter einem Kettfaden hindurch, danach über mehr als zwei Kettfäden hinweg, und so weiter. Der nächste Schussfaden verlagert dies um mindestens zwei Kettfäden (i. d. R. nach rechts) und auch nach oben (i. d. R. um eins). Auf diese Weise entsteht ein Gewebe, auf dem auf der Oberseite die parallelen Schussfäden bei weitem überwiegen, was dem Stoff einen vom Lichteinfall abhängigen Glanz verleiht. Der Stoff ist zweiseitig, auf der Rückseite überwiegen entsprechend die Kettfäden (man unterscheidet daher wie bei der Köperbindung zwischen Kettatlas und Schussatlas).

Vom Atlas gibt es nicht viele Abwandlungen, da sich die Bindungspunkte nicht berühren dürfen. Zwei dieser Varianten sind der Streifen- und der Buntsatin. Ein Wechsel zwischen Schuss- und Kettatlas ermöglicht eine Musterung des Stoffes (siehe Damast). Das wohl bekannteste Atlasgewebe ist der Satin, weshalb man auch von Satinbindung spricht.
 


Atlasbindung